MoniSamira
Wer in die Wüste hineingeht, kommt als ein Anderer zurück (arabisches Sprichwort)
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Marokko - Tour Oktober 2019

Agadir - Foum Zguid - Zaouiat Sidi Abdenabi - Agadir

Im April 2019 hatte es mir sehr gut in der Gegend um den Iriki Lake im Dorf Zaouia Sidi Abdenabi gefallen. Deshalb beschloss ich, im Oktober wieder dorthin zu reisen. Mein Flug ging von Köln nach Agadir. Hier übernachtete ich zweimal, ließ mich im Hamam Argan Palace verwöhnen und fuhr am nächsten Tag mit dem Bus nach Taznakht. Dies ist eine Oase bzw. eine Stadt in der Provinz Ouarzazate in der Region Drâa-Tafilalet im Süden Marokkos. Hier wurde ich von meinem Guide in Empfang genommen und wir fuhren gemeinsam mit einem Sammeltaxi ungefähr 2 Stunden nach Foum Zguid. Nach einer Übernachtung erfolgte die Weiterfahrt mit einem Jeep am nächsten Morgen in Richtung des Dorfes. Dieses Mal wohnte ich nicht in der nahen Umgebung des Dorfes Zaouiat Sidi Abdenabi, sondern im Titanic-Iriki-Restaurant. Es ist ein Restaurant (Raststätte) in Form eines Schiffes vor den Sanddünen der Erg Chegaga im ausgetrockneten Iriki Lake an der Route Foum Zguid – M’hamed - Zagora. Die wenigen Zimmer sind einfach, sauber, traditionell, das Essen sehr gut und der Betreiber Abdol Samad sowie seine Mitarbeiter sehr nett. Hier blieb ich fast 2 Wochen. Wer denkt, dass es mir in dieser Einöde jemals langweilig wurde, dem kann ich sagen, dass es eine sehr abwechslungsreiche Zeit war. Täglich machten Gruppen mit Jeeps, Motorrädern, ja sogar mit Fahrrädern, hier Station. Teilweise alte Bekannte, die das gute Essen zu schätzen wissen und gleichzeitig eine Ruhephase einlegten. Da ich ein offener Mensch bin, habe ich auch zu vielen gleich Kontakt aufgenommen und mich über ihre Touren informiert bzw. Tipps meinerseits gegeben. Dieser Aufenthalt in der Nähe des Dorfes beschränkte sich nicht nur auf eine Wanderung in die Berge zu einer Quelle und einer Übernachtung in einem Camp. Ich wurde auch zu Familien des Dorfes z.B. zum Couscous-Essen eingeladen und zu einer Familienfeier. Dabei lernte ich nicht nur neue Freunde kennen, sondern traf viele Frauen des Dorfes wieder, die ich schon im April kennenlernte. Dieses Dorf im Süden Marokkos, wird wohl eines der letzten sein, in dem noch sehr traditionell gelebt wird bzw. gelebt werden muss. Es führt keine richtige Straße dorthin und es ist deshalb vom Tourismus noch nicht überrollt. Für die Einwohner ist das ein großes Problem, denn es wurden ihnen Wasser, Strom und Straßen sowie ordentliche medizinische Versorgung versprochen. Diese Gegend im südlichen Grenzgebiet von Marokko ist scheinbar von der Welt vergessen. Und von der Regierung ignoriert? So empfinde ich das! Das alles tut mir wirklich für diese Menschen sehr leid. Sie kommen so gut wie nicht dort raus und die Jugend ist dadurch auch sehr frustriert, weil ohne Arbeit und ohne Geld. Da muss es einen nicht wundern, dass es viele gibt, die diese Gegend und auch dieses Land verlassen wollen und im Ausland ihr Glück suchen möchten. Dies alles sollten wir hier in Deutschland - vor den Diskussionen um die vielen Flüchtlinge, die nach Europa kommen - bedenken. Und… wir sollten uns fragen, wie kann man Vorort helfen? Leider habe ich nicht die Möglichkeit, finanziell die Menschen zu unterstützen. Es würde ihnen auch nicht viel nützen, denn die Infrastruktur muss seitens der Regierung ausgebaut werden. Dann kommen nicht nur durchreisende Touristen mit ihren Allradfahrzeugen, sondern auch die einfachen Besucher, die diese Gegend mit ihrer vielfältigen Natur kennenlernen wollen und ein paar Tage bleiben möchten. Ich wünsche den Bewohnern von Zaouiat Sidi Abdenabi und Umgebung für ihre Zukunft alles Gute und hoffe, dass auch sie bald auf der Sonnenseite des Lebens ankommen werden. Und an die Regierung Marokkos appelliere ich: Vergesst eure entlegenen Gebiete in der Wüste nicht, nur zufriedene glückliche Menschen sind die Basis eines Landes, dass von seiner Bevölkerung bedingungslos geliebt wird. Leider verging die Zeit wieder viel zu schnell und ich denke oft an die schönen Abende zurück, wenn Ruhe eingekehrt ist, man im Freien bei Musik zusammensitzt und in die sternenklare Nacht bei Vollmond schauen kann… das war mein Berber-TV! Einfach wunderschön und nicht mit dem Sternenhimmel bei uns zu vergleichen. Es gab dann auch wieder einen tränenreichen Abschied. Alle haben mir das Versprechen abgenommen, im nächsten Jahr wiederzukommen… Insh‘allah werde ich dies auch tun. Die Rückfahrt verlief ähnlich wie die Anreise und ich verbrachte anschließend noch knapp 2 Tage in Agadir. Zum ersten Mal hatte ich Glück und es war am Morgen in Agadir eine gute Sicht, ohne Dunst vom Atlantik. Dies veranlasste mich, endlich auf den Berg zur alten Kasbah von Agadir zu fahren. Nur diese Kasbah hatte das Erdbeben vom 29.02.1960 teilweise überstanden. Sie war ursprünglich ein Bollwerk des 16. Jh. gegen die Portugiesen, leider ist sie jetzt nur noch eine Ruine. Von hier hat man aber einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt, den Strand und den Hafen. Nach einem kurzen Aufenthalt ließ ich mich zum Souk von Agadir fahren und stöberte dort noch ein wenig, um meine letzten Marokkanischen Dirham auszugeben. Mein Rückflug (nach München) startete schon am zeitigen Morgen um 6:50 Uhr, so dass ich nur eine kurze letzte Nacht in Marokko hatte und gegen 4 Uhr mein Hotel verließ. Fotos…

Mein Fazit zu dieser Reise:

Ich bin zurückgekehrt in mein kleines Paradies. Hier fallen mir die Worte von Michel de Montaigne ein: „Wenn man mich fragt, warum ich reise, antworte ich: Ich weiß wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche.“ Ich glaube, dass ich hier in dem Gebiet um dieses fast vergessene Dorf mit den einfachen Menschen und dem einfachen Leben das gefunden habe, wonach ich gesucht hatte… *Insha‘Allah* komme ich zurück!
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Marokko - Tour Oktober 2019

Agadir - Foum Zguid - Zaouiat Sidi Abdenabi - Agadir

Im April 2019 hatte es mir sehr gut in der Gegend um den Iriki Lake im Dorf Zaouia Sidi Abdenabi gefallen. Deshalb beschloss ich, im Oktober wieder dorthin zu reisen. Mein Flug ging von Köln nach Agadir. Hier übernachtete ich zweimal, ließ mich im Hamam Argan Palace verwöhnen und fuhr am nächsten Tag mit dem Bus nach Taznakht. Dies ist eine Oase bzw. eine Stadt in der Provinz Ouarzazate in der Region Drâa- Tafilalet im Süden Marokkos. Hier wurde ich von meinem Guide in Empfang genommen und wir fuhren gemeinsam mit einem Sammeltaxi ungefähr 2 Stunden nach Foum Zguid. Nach einer Übernachtung erfolgte die Weiterfahrt mit einem Jeep am nächsten Morgen in Richtung des Dorfes. Dieses Mal wohnte ich nicht in der nahen Umgebung des Dorfes Zaouiat Sidi Abdenabi, sondern im Titanic-Iriki-Restaurant. Es ist ein Restaurant (Raststätte) in Form eines Schiffes vor den Sanddünen der Erg Chegaga im ausgetrockneten Iriki Lake an der Route Foum Zguid – M’hamed - Zagora. Die wenigen Zimmer sind einfach, sauber, traditionell, das Essen sehr gut und der Betreiber Abdol Samad sowie seine Mitarbeiter sehr nett. Hier blieb ich fast 2 Wochen. Wer denkt, dass es mir in dieser Einöde jemals langweilig wurde, dem kann ich sagen, dass es eine sehr abwechslungsreiche Zeit war. Täglich machten Gruppen mit Jeeps, Motorrädern, ja sogar mit Fahrrädern, hier Station. Teilweise alte Bekannte, die das gute Essen zu schätzen wissen und gleichzeitig eine Ruhephase einlegten. Da ich ein offener Mensch bin, habe ich auch zu vielen gleich Kontakt aufgenommen und mich über ihre Touren informiert bzw. Tipps meinerseits gegeben. Dieser Aufenthalt in der Nähe des Dorfes beschränkte sich nicht nur auf eine Wanderung in die Berge zu einer Quelle und einer Übernachtung in einem Camp. Ich wurde auch zu Familien des Dorfes z.B. zum Couscous-Essen eingeladen und zu einer Familienfeier. Dabei lernte ich nicht nur neue Freunde kennen, sondern traf viele Frauen des Dorfes wieder, die ich schon im April kennenlernte. Dieses Dorf im Süden Marokkos, wird wohl eines der letzten sein, in dem noch sehr traditionell gelebt wird bzw. gelebt werden muss. Es führt keine richtige Straße dorthin und es ist deshalb vom Tourismus noch nicht überrollt. Für die Einwohner ist das ein großes Problem, denn es wurden ihnen Wasser, Strom und Straßen sowie ordentliche medizinische Versorgung versprochen. Diese Gegend im südlichen Grenzgebiet von Marokko ist scheinbar von der Welt vergessen. Und von der Regierung ignoriert? So empfinde ich das! Das alles tut mir wirklich für diese Menschen sehr leid. Sie kommen so gut wie nicht dort raus und die Jugend ist dadurch auch sehr frustriert, weil ohne Arbeit und ohne Geld. Da muss es einen nicht wundern, dass es viele gibt, die diese Gegend und auch dieses Land verlassen wollen und im Ausland ihr Glück suchen möchten. Dies alles sollten wir hier in Deutschland - vor den Diskussionen um die vielen Flüchtlinge, die nach Europa kommen - bedenken. Und… wir sollten uns fragen, wie kann man Vorort helfen? Leider habe ich nicht die Möglichkeit, finanziell die Menschen zu unterstützen. Es würde ihnen auch nicht viel nützen, denn die Infrastruktur muss seitens der Regierung ausgebaut werden. Dann kommen nicht nur durchreisende Touristen mit ihren Allradfahrzeugen, sondern auch die einfachen Besucher, die diese Gegend mit ihrer vielfältigen Natur kennenlernen wollen und ein paar Tage bleiben möchten. Ich wünsche den Bewohnern von Zaouiat Sidi Abdenabi und Umgebung für ihre Zukunft alles Gute und hoffe, dass auch sie bald auf der Sonnenseite des Lebens ankommen werden. Und an die Regierung Marokkos appelliere ich: Vergesst eure entlegenen Gebiete in der Wüste nicht, nur zufriedene glückliche Menschen sind die Basis eines Landes, dass von seiner Bevölkerung bedingungslos geliebt wird. Leider verging die Zeit wieder viel zu schnell und ich denke oft an die schönen Abende zurück, wenn Ruhe eingekehrt ist, man im Freien bei Musik zusammensitzt und in die sternenklare Nacht bei Vollmond schauen kann… das war mein Berber-TV! Einfach wunderschön und nicht mit dem Sternenhimmel bei uns zu vergleichen. Es gab dann auch wieder einen tränenreichen Abschied. Alle haben mir das Versprechen abgenommen, im nächsten Jahr wiederzukommen… Insh‘allah werde ich dies auch tun. Die Rückfahrt verlief ähnlich wie die Anreise und ich verbrachte anschließend noch knapp 2 Tage in Agadir. Zum ersten Mal hatte ich Glück und es war am Morgen in Agadir eine gute Sicht, ohne Dunst vom Atlantik. Dies veranlasste mich, endlich auf den Berg zur alten Kasbah von Agadir zu fahren. Nur diese Kasbah hatte das Erdbeben vom 29.02.1960 teilweise überstanden. Sie war ursprünglich ein Bollwerk des 16. Jh. gegen die Portugiesen, leider ist sie jetzt nur noch eine Ruine. Von hier hat man aber einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt, den Strand und den Hafen. Nach einem kurzen Aufenthalt ließ ich mich zum Souk von Agadir fahren und stöberte dort noch ein wenig, um meine letzten Marokkanischen Dirham auszugeben. Mein Rückflug (nach München) startete schon am zeitigen Morgen um 6:50 Uhr, so dass ich nur eine kurze letzte Nacht in Marokko hatte und gegen 4 Uhr mein Hotel verließ. Fotos…

Mein Fazit zu dieser Reise:

Ich bin zurückgekehrt in mein kleines Paradies. Hier fallen mir die Worte von Michel de Montaigne ein: „Wenn man mich fragt, warum ich reise, antworte ich: Ich weiß wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche.“ Ich glaube, dass ich hier in dem Gebiet um dieses fast vergessene Dorf mit den einfachen Menschen und dem einfachen Leben das gefunden habe, wonach ich gesucht hatte… *Insha‘Allah* komme ich zurück!
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