MoniSamira
Wer in die Wüste hineingeht, kommt als ein Anderer zurück (arabisches Sprichwort)
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Marokko - Tour September 2018

Marrakesch - Merzouga - Tinghir - Marrakesch

Lange hatte ich es nicht in Deutschland ausgehalten und bin schon im September des gleichen Jahres wieder nach Marokko gereist. Am späten Nachmittag angekommen, begab ich mich gleich wieder in das schon bekannte Hotel Narjisse in Marrakesch. Es befindet sich in einer Nebenstraße zum Djemaa el Fna, dem Anziehungspunkt in Marrakesch. Man erreicht diesen zu Fuß in ca. 5 Minuten. Es eignet sich hervorragend für Reisende, die Land und Leute kennenlernen wollen, sich also nicht den ganzen Tag im Hotel aufhalten. Es ist alles sauber und das Personal überaus freundlich. Man spricht Englisch und Französisch und ist sehr hilfsbereit. Frühstück gibt es hier nicht, was nicht schlimm ist, da in der nahen Umgebung viele Cafés sind, auch die Medina mit traditionellen Straßencafès ist nicht weit entfernt. An diesem ersten Abend wollte ich eigentlich sofort in das pulsierende Leben von Marrakesch eintauchen, aber das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Es zog ein Gewitter auf, das ich so hier noch nie erlebt hatte. Es goss wie aus Kübeln und in kürzester Zeit stand fast alles knöcheltief unter Wasser. Es half nichts, zurück zum Hotel, umziehen (wer nimmt schon einen Schirm nach Marokko mit?), abwarten und neuen Versuch starten. Das hat dann auch geklappt und ich konnte einige Freunde wiedersehen bzw. begrüßen, mit ihnen zusammen Tee trinken und mich unterhalten. Wie man das eben so macht, wenn man sich schon länger kennt und wiedersieht. Auch der nächste Tag verlief ähnlich: Marrakesch erkunden, Freunde besuchen, Einladungen wahrnehmen, Busticket für den nächsten Tag kaufen, Proviant für die Busfahrt besorgen und und und… Pünktlich 8 Uhr begann die Fahrt nach Merzouga. Ich bin diese Strecke zwar schon mehrfach gefahren, aber die abwechslungsreiche Landschaft, durch die diese Fahrt führt, fasziniert mich immer aufs Neue. Abends gegen 21 Uhr kam ich in Merzouga an. Hammadi von Camel Trip Morocco erwartete mich schon. Geplant war, dass ich diese Nacht in Merzouga in einer Auberge verbringe und mich am nächsten Tag in das Wüstencamp begebe. Zu meiner Überraschung ging es gleich in das Wüstencamp. Zum ersten Mal habe ich eine Fahrt mit dem Jeep in der Dunkelheit über die Dünen bis zum Camp mitgemacht. Es war sehr aufregend und ich frage mich noch heute, wie finden diese Burschen den Weg… alles sieht ähnlich aus?! Da nach den letzten sehr regnerischen Tagen die erste sternenklare Nacht war, nutzte ich dies aus und schlief unter freiem Himmel neben dem Zelt. Das sollte jeder einmal machen, es ist fantastisch! Leider konnte ich dies nicht wiederholen, denn fast jeden Nachmittag bis in die späten Abend- oder sogar Nachtstunden zogen Regen, Gewitter oder Sandsturm auf. 2018 wird in Deutschland als heißester und trockenster Sommer in die Geschichte eingehen, aber hier in Marokko passierte genau das Gegenteil: Regen, Regen, Regen, bis zu den Wüsten. Ich blieb insgesamt 6 Nächte in der Wüste im Camp. Ich schaute dem Koch Omar über die Schulter und konnte so die Zubereitung einiger traditioneller Gerichte kennenlernen. Ich wanderte über die Dünen, besuchte andere Camps und wurde dort oft herzlich empfangen. Leider ist es mit der Ruhe in dieser Gegend fast vorbei. Es sind seit meinem letzten Besuch etliche weiße, also luxuriöse, Camps dazugekommen. Diese weißen Zelte, habe ich mir auch von Innen angeschaut und war über den Luxus etwas verwundert. Wer hier in der Wüste nächtigt und dazu diesen Luxus braucht, der sollte in der Großstadt bleiben und sich die Wüste auf Fotos anschauen. Das hat nichts mehr mit traditionellem Erleben der Kultur zu tun. Die Tage im Camp gingen sehr schnell vorbei. Nach einer Nacht in Merzouga in der Auberge Trans Sahara fuhr ich mit dem Bus zurück in Richtung Marrakesch mit einen Zwischenstopp in Tinghir. Freunde hatten mich eingeladen, ihrem Dorf in der Nähe einen Besuch abzustatten. Tinghir ist eine Oasenstadt im Süden Marokkos in der Region Drâa-Tafilalet. Die Stadt hat etwa 45.000 Einwohner. Tinghirs Reiz machen die zwei großen Palmenoasen aus, sie laden zu Erkundungsgängen ein. Ich wurde von meinen Freunden am Bus abgeholt und wir fuhren ca. 13 km in ihr Dorf. Ich habe eine Gastfreundschaft erfahren dürfen, eine Herzlichkeit von der gesamten Familie erlebt, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich konnte mich ganz zwanglos in Haus, Hof und Garten sowie im Dorf umschauen und fotografieren. Auch das traditionell zubereitete Essen aus der Tajine und am Abend die Fleischspießchen vom Grill werden mir im Gedächtnis bleiben. Ich war so satt, dass es einen Kaffee mit Kräutern bedurfte, damit ich nicht „platzte“. DANKE an die Mama des Hauses! Der Abend mit der Familie wurde sehr lang bei „Unterhaltung“ in allen möglichen Sprachen und mit Gesten. Wir hatten eine Unmenge Spaß dabei und ich schlief anschließend sehr gut auf dem flauschigen Teppichen im Gemeinschaftsraum mit allen Frauen. Es war eine Erfahrung für mich, an die ich mein ganzes Leben denken werde. Zu keiner Zeit fühlte ich mich als Fremde, sondern wie zur Familie gehörend. Meine lieben Freunde: ich werde euch nie vergessen, ihr habt einen großen Platz in meinem Herzen und ich hoffe * INSHALLAH * wir sehen uns wieder. SHUKRAN und TANMIRT für alles!!! Als ich am nächsten Tag von Tinghir mit dem Bus nach Marrakesch zurück fuhr, empfand ich große Traurigkeit, aber auch Freude, weil ich das erleben durfte. Ich war endlich angekommen… angekommen auch im normalen marokkanischen Leben, außerhalb der touristischen Pfade, die oft nicht das widerspiegeln, was die Wirklichkeit ist. Die letzten zwei Tage verbrachte ich wieder in Marrakesch. Es wurde mir keine Stunde langweilig, da ich immer wieder bekannte Gesichter traf, Einladungen erhielt oder Sehenswertes erkundete. Bei einem weiteren Besuch des Hamams verabschiedete ich mich dann auch innerlich von Marokko, bevor ich am nächsten Morgen abreiste. Fotos…

Mein Fazit zu dieser Reise:

Die Gegend um Merzouga wird immer mehr touristisch erschlossen, das Ursprüngliche geht leider verloren, die Ruhe in den Dünen gibt es nicht mehr. Es fahren laufend Jeeps, Quads, Buggys und Motorräder herum, die nicht nur Krach machen, sondern auch die Luft verpesten. Auch die Luxuscamps mit ihren weißen Zelten empfinde ich als unpassend. Meine nächste Reise wird sicherlich in eine andere Gegend in Marokko führen.

Aber trotzdem * Insh‘allah * ich komme zurück!

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Marokko - Tour September 2018

Marrakesch - Merzouga - Tinghir - Marrakesch

Lange hatte ich es nicht in Deutschland ausgehalten und bin schon im September des gleichen Jahres wieder nach Marokko gereist. Am späten Nachmittag angekommen, begab ich mich gleich wieder in das schon bekannte Hotel Narjisse in Marrakesch. Es befindet sich in einer Nebenstraße zum Djemaa el Fna, dem Anziehungspunkt in Marrakesch. Man erreicht diesen zu Fuß in ca. 5 Minuten. Es eignet sich hervorragend für Reisende, die Land und Leute kennenlernen wollen, sich also nicht den ganzen Tag im Hotel aufhalten. Es ist alles sauber und das Personal überaus freundlich. Man spricht Englisch und Französisch und ist sehr hilfsbereit. Frühstück gibt es hier nicht, was nicht schlimm ist, da in der nahen Umgebung viele Cafés sind, auch die Medina mit traditionellen Straßencafès ist nicht weit entfernt. An diesem ersten Abend wollte ich eigentlich sofort in das pulsierende Leben von Marrakesch eintauchen, aber das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Es zog ein Gewitter auf, das ich so hier noch nie erlebt hatte. Es goss wie aus Kübeln und in kürzester Zeit stand fast alles knöcheltief unter Wasser. Es half nichts, zurück zum Hotel, umziehen (wer nimmt schon einen Schirm nach Marokko mit?), abwarten und neuen Versuch starten. Das hat dann auch geklappt und ich konnte einige Freunde wiedersehen bzw. begrüßen, mit ihnen zusammen Tee trinken und mich unterhalten. Wie man das eben so macht, wenn man sich schon länger kennt und wiedersieht. Auch der nächste Tag verlief ähnlich: Marrakesch erkunden, Freunde besuchen, Einladungen wahrnehmen, Busticket für den nächsten Tag kaufen, Proviant für die Busfahrt besorgen und und und… Pünktlich 8 Uhr begann die Fahrt nach Merzouga. Ich bin diese Strecke zwar schon mehrfach gefahren, aber die abwechslungsreiche Landschaft, durch die diese Fahrt führt, fasziniert mich immer aufs Neue. Abends gegen 21 Uhr kam ich in Merzouga an. Hammadi von Camel Trip Morocco erwartete mich schon. Geplant war, dass ich diese Nacht in Merzouga in einer Auberge verbringe und mich am nächsten Tag in das Wüstencamp begebe. Zu meiner Überraschung ging es gleich in das Wüstencamp. Zum ersten Mal habe ich eine Fahrt mit dem Jeep in der Dunkelheit über die Dünen bis zum Camp mitgemacht. Es war sehr aufregend und ich frage mich noch heute, wie finden diese Burschen den Weg… alles sieht ähnlich aus?! Da nach den letzten sehr regnerischen Tagen die erste sternenklare Nacht war, nutzte ich dies aus und schlief unter freiem Himmel neben dem Zelt. Das sollte jeder einmal machen, es ist fantastisch! Leider konnte ich dies nicht wiederholen, denn fast jeden Nachmittag bis in die späten Abend- oder sogar Nachtstunden zogen Regen, Gewitter oder Sandsturm auf. 2018 wird in Deutschland als heißester und trockenster Sommer in die Geschichte eingehen, aber hier in Marokko passierte genau das Gegenteil: Regen, Regen, Regen, bis zu den Wüsten. Ich blieb insgesamt 6 Nächte in der Wüste im Camp. Ich schaute dem Koch Omar über die Schulter und konnte so die Zubereitung einiger traditioneller Gerichte kennenlernen. Ich wanderte über die Dünen, besuchte andere Camps und wurde dort oft herzlich empfangen. Leider ist es mit der Ruhe in dieser Gegend fast vorbei. Es sind seit meinem letzten Besuch etliche weiße, also luxuriöse, Camps dazugekommen. Diese weißen Zelte, habe ich mir auch von Innen angeschaut und war über den Luxus etwas verwundert. Wer hier in der Wüste nächtigt und dazu diesen Luxus braucht, der sollte in der Großstadt bleiben und sich die Wüste auf Fotos anschauen. Das hat nichts mehr mit traditionellem Erleben der Kultur zu tun. Die Tage im Camp gingen sehr schnell vorbei. Nach einer Nacht in Merzouga in der Auberge Trans Sahara fuhr ich mit dem Bus zurück in Richtung Marrakesch mit einen Zwischenstopp in Tinghir. Freunde hatten mich eingeladen, ihrem Dorf in der Nähe einen Besuch abzustatten. Tinghir ist eine Oasenstadt im Süden Marokkos in der Region Drâa-Tafilalet. Die Stadt hat etwa 45.000 Einwohner. Tinghirs Reiz machen die zwei großen Palmenoasen aus, sie laden zu Erkundungsgängen ein. Ich wurde von meinen Freunden am Bus abgeholt und wir fuhren ca. 13 km in ihr Dorf. Ich habe eine Gastfreundschaft erfahren dürfen, eine Herzlichkeit von der gesamten Familie erlebt, die ich nie für möglich gehalten hätte. Ich konnte mich ganz zwanglos in Haus, Hof und Garten sowie im Dorf umschauen und fotografieren. Auch das traditionell zubereitete Essen aus der Tajine und am Abend die Fleischspießchen vom Grill werden mir im Gedächtnis bleiben. Ich war so satt, dass es einen Kaffee mit Kräutern bedurfte, damit ich nicht „platzte“. DANKE an die Mama des Hauses! Der Abend mit der Familie wurde sehr lang bei „Unterhaltung“ in allen möglichen Sprachen und mit Gesten. Wir hatten eine Unmenge Spaß dabei und ich schlief anschließend sehr gut auf dem flauschigen Teppichen im Gemeinschaftsraum mit allen Frauen. Es war eine Erfahrung für mich, an die ich mein ganzes Leben denken werde. Zu keiner Zeit fühlte ich mich als Fremde, sondern wie zur Familie gehörend. Meine lieben Freunde: ich werde euch nie vergessen, ihr habt einen großen Platz in meinem Herzen und ich hoffe * INSHALLAH * wir sehen uns wieder. SHUKRAN und TANMIRT für alles!!! Als ich am nächsten Tag von Tinghir mit dem Bus nach Marrakesch zurück fuhr, empfand ich große Traurigkeit, aber auch Freude, weil ich das erleben durfte. Ich war endlich angekommen… angekommen auch im normalen marokkanischen Leben, außerhalb der touristischen Pfade, die oft nicht das widerspiegeln, was die Wirklichkeit ist. Die letzten zwei Tage verbrachte ich wieder in Marrakesch. Es wurde mir keine Stunde langweilig, da ich immer wieder bekannte Gesichter traf, Einladungen erhielt oder Sehenswertes erkundete. Bei einem weiteren Besuch des Hamams verabschiedete ich mich dann auch innerlich von Marokko, bevor ich am nächsten Morgen abreiste. Fotos…

Mein Fazit zu dieser Reise:

Die Gegend um Merzouga wird immer mehr touristisch erschlossen, das Ursprüngliche geht leider verloren, die Ruhe in den Dünen gibt es nicht mehr. Es fahren laufend Jeeps, Quads, Buggys und Motorräder herum, die nicht nur Krach machen, sondern auch die Luft verpesten. Auch die Luxuscamps mit ihren weißen Zelten empfinde ich als unpassend. Meine nächste Reise wird sicherlich in eine andere Gegend in Marokko führen.

Aber trotzdem * Insh‘allah * ich komme zurück!

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