MoniSamira
Wer in die Wüste hineingeht, kommt als ein Anderer zurück (arabisches Sprichwort)
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Marokko - die Sahara

Die große Wüste in Afrika

Wenn wir Europäer das Wort SAHARA hören, denken wir an unendliche Weiten voller Sanddünen. Aber das ist falsch! Die Sahara ist mit über 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der afrikanischen Atlantikküste bis zum Roten Meeres. Wird allerdings in Ägypten durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden liegen die Maghreb- Staaten Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Südlich gehören die Staaten Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Sudan zur Sahelzone. Die Sahara ist größtenteils eine Stein- oder Felswüste (Hammada) bzw. eine Kies- oder Geröllwüste (Serir); die bekanntere Sandwüste (Erg) macht nur etwa 20 Prozent der Fläche aus. Im Arabischen wird die Sahara „die große Wüste“ genannt. Die antiken Römer nannten das Land südlich von Karthago „terra deserta“, also „verlassenes Land“. Im Mittelalter nannte man die Sahara einfach „Große Wüste“. Erst im 19. Jh. hat sich die Bezeichnung Sahara durchgesetzt. Forscher schließen aus der Lage unterschiedlicher Gesteinsschichten, dass sich in dieser Wüste im Laufe von mehreren Jahrmillionen mehrfach trockene und feuchte Phasen abwechselten. In den feuchten Perioden waren große Teile der Sahara wasserreich und begrünt, wie auch zahlreiche Felsmalereien und die über 1000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Es gibt einige Gebirgsketten, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchster Berg ist der Emi Koussi (3415 m) im Tibesti. Es gibt auch einige große Meteoriteneinschlagkrater in der Sahara. Der größte bisher gefundene Krater ist der Kebira-Krater auf der Grenze zwischen Libyen und Ägypten, er hat einen Durchmesser von 31 km. Es herrscht generell ein trockenes Klima. In der zentralen Regionen der Sahara gibt es wenig Niederschlag. Die südwestlichen und südlichen Regionen unterliegen den jahreszeitlichen Veränderungen, die vom westafrikanischen Monsun bedingt sind. Die nordwestlichen Regionen sind vom Mittelmeerklimas geprägt. Es können extreme Temperaturschwankungen auftreten, tagsüber bis zu 60°C. Auch Minusgrade sind im Winger möglich. Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jh. der Transsahara-Handel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen, die auch als Yallas bekannt sind. Das zahlenmäßig größte Saharavolk sind die Tuareg. 60 % der Saharabewohner sind sesshafte Oasenbauern, 40 % Nomaden und Halbnomaden. Größere Siedlungen finden sich vor allem am Nordrand der algerischen Sahara. Neusiedlungen haben sich in den erdöl- und erdgasfördernden Gebieten Algeriens und Zentrallibyens gebildet. Im Westen und in der Libyschen Wüste sind weite Teile menschenleer. Die Sahara war in den zurückliegenden 200.000 Jahren dreimal für einige tausend Jahre begrünt: zunächst vor 120.000 bis 110.000 Jahren, dann wieder vor 50.000 bis 45.000 Jahren und zuletzt während der sogenannten „grünen Sahara-Zeit“. Als sich zum Ende der letzten Eiszeit die Tropen um 800 km nach Norden verschoben, verwandelte sich die Sahara wieder in eine fruchtbare Savannenlandschaft. Dieser Klimaveränderung folgten Jäger und Sammler aus dem Süden. In den folgenden Jahrtausenden wurden große Teile der Sahara wieder zur unbewohnbaren Wüste. Immer mehr Menschen wanderten nun in das fruchtbarere Niltal. Ab dem ausgehenden 18. Jh. rückte die Sahara in das Blickfeld der europäischen Wissenschaft und des Exporthandels. Vor allem die Briten suchten nach einem sicheren Zugang zu den Märkten Innerafrikas. Die Franzosen hingegen drangen seit Ende der 1870er Jahre von Senegal aus nach Osten in Richtung des Oberlaufs des Nils und nach Südosten in Richtung der Elfenbeinküste vor, wo sie rasch in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt wurden.

Die Westsahara und der Konflikt

Die Westsahara ist ein Territorium an der Atlantikküste Nordwestafrikas, das nach dem Abzug der ehemaligen Kolonialmacht Spanien 1975 von Marokko beansprucht und größtenteils annektiert wurde. Marokko betrachtet das in vorkolonialer Zeit in einem losen Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehende Gebiet als Teil seines Territoriums. Die Vereinten Nationen verlangen die Durchführung eines Referendums über den endgültigen völkerrechtlichen Status des Gebietes. Bisher wurde keine Einigkeit zu diesem Referendum zwischen Marokko und den Vertretern des sahrauischen Volkes erzielt. Die Bevölkerung des Gebiets Westsahara (etwa 553.000 Einwohner) besteht vor allem aus Arabern und arabisierten Berbern. Bei den ursprünglich das Gebiet besiedelnden Sahrauis handelt es sich um arabische Nomaden, von denen jedoch ein Teil seit Jahren in Flüchtlingslagern bei Tindouf in Algerien lebt. Gesprochen wird überwiegend das marokkanische Arabisch von Zuwanderern aus dem Norden, daneben auch der Hassania-Dialekt der ursprünglichen Bevölkerung vor der marokkanischen Besiedlung, eine auch im benachbarten Mauretanien verbreitete regionale Form des Arabischen. Nahezu 100 % der Einwohner sind Muslime. Die meisten Sahrauis haben die marokkanische, algerische oder spanische Staatsangehörigkeit. 1991 wurde eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Marokko und der Polisario (Organisation für eine unabhängige Westsahara) geschlossen. Bis heute leben etwa 100.000 Sahrauis in vier Flüchtlingslagern nahe der Stadt Tindouf in der algerischen Sahara. 1980 begann Marokko mit dem Bau eines 2700 km langen Walls aus Sand, Mauern, Geröll und Stacheldraht. Bis heute trennt er das marokkanische Territorium vom Gebiet der Polisario. Der Wall gilt als stark verminte Zone, bewacht von marokkanischen Soldaten. Dieser von Marokko entlang der Waffenstillstandslinie errichtet Wall wird von den Sahraouis „Mauer der Schande“ genannt. Die Vereinten Nationen sind mit einer ständigen Beobachtermission MINURSO im gesamten Gebiet der Westsahara präsent. Der endgültige Status des Gebietes ist bis heute ungeklärt, da kein Referendum über die Zukunft des Gebietes abgehalten wurde.
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Die große Wüste in Afrika

Wenn wir Europäer das Wort SAHARA hören, denken wir an unendliche Weiten voller Sanddünen. Aber das ist falsch! Die Sahara ist mit über 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der afrikanischen Atlantikküste bis zum Roten Meeres. Wird allerdings in Ägypten durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden liegen die Maghreb-Staaten Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Südlich gehören die Staaten Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Sudan zur Sahelzone. Die Sahara ist größtenteils eine Stein- oder Felswüste (Hammada) bzw. eine Kies- oder Geröllwüste (Serir); die bekanntere Sandwüste (Erg) macht nur etwa 20 Prozent der Fläche aus. Im Arabischen wird die Sahara „die große Wüste“ genannt. Die antiken Römer nannten das Land südlich von Karthago „terra deserta“, also „verlassenes Land“. Im Mittelalter nannte man die Sahara einfach „Große Wüste“. Erst im 19. Jh. hat sich die Bezeichnung Sahara durchgesetzt. Forscher schließen aus der Lage unterschiedlicher Gesteinsschichten, dass sich in dieser Wüste im Laufe von mehreren Jahrmillionen mehrfach trockene und feuchte Phasen abwechselten. In den feuchten Perioden waren große Teile der Sahara wasserreich und begrünt, wie auch zahlreiche Felsmalereien und die über 1000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Es gibt einige Gebirgsketten, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchster Berg ist der Emi Koussi (3415 m) im Tibesti. Es gibt auch einige große Meteoriteneinschlagkrater in der Sahara. Der größte bisher gefundene Krater ist der Kebira-Krater auf der Grenze zwischen Libyen und Ägypten, er hat einen Durchmesser von 31 km. Es herrscht generell ein trockenes Klima. In der zentralen Regionen der Sahara gibt es wenig Niederschlag. Die südwestlichen und südlichen Regionen unterliegen den jahreszeitlichen Veränderungen, die vom westafrikanischen Monsun bedingt sind. Die nordwestlichen Regionen sind vom Mittelmeerklimas geprägt. Es können extreme Temperaturschwankungen auftreten, tagsüber bis zu 60°C. Auch Minusgrade sind im Winger möglich. Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jh. der Transsahara-Handel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen, die auch als Yallas bekannt sind. Das zahlenmäßig größte Saharavolk sind die Tuareg. 60 % der Saharabewohner sind sesshafte Oasenbauern, 40 % Nomaden und Halbnomaden. Größere Siedlungen finden sich vor allem am Nordrand der algerischen Sahara. Neusiedlungen haben sich in den erdöl- und erdgasfördernden Gebieten Algeriens und Zentrallibyens gebildet. Im Westen und in der Libyschen Wüste sind weite Teile menschenleer. Die Sahara war in den zurückliegenden 200.000 Jahren dreimal für einige tausend Jahre begrünt: zunächst vor 120.000 bis 110.000 Jahren, dann wieder vor 50.000 bis 45.000 Jahren und zuletzt während der sogenannten „grünen Sahara-Zeit“. Als sich zum Ende der letzten Eiszeit die Tropen um 800 km nach Norden verschoben, verwandelte sich die Sahara wieder in eine fruchtbare Savannenlandschaft. Dieser Klimaveränderung folgten Jäger und Sammler aus dem Süden. In den folgenden Jahrtausenden wurden große Teile der Sahara wieder zur unbewohnbaren Wüste. Immer mehr Menschen wanderten nun in das fruchtbarere Niltal. Ab dem ausgehenden 18. Jh. rückte die Sahara in das Blickfeld der europäischen Wissenschaft und des Exporthandels. Vor allem die Briten suchten nach einem sicheren Zugang zu den Märkten Innerafrikas. Die Franzosen hingegen drangen seit Ende der 1870er Jahre von Senegal aus nach Osten in Richtung des Oberlaufs des Nils und nach Südosten in Richtung der Elfenbeinküste vor, wo sie rasch in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt wurden.

Die Westsahara und der Konflikt

Die Westsahara ist ein Territorium an der Atlantikküste Nordwestafrikas, das nach dem Abzug der ehemaligen Kolonialmacht Spanien 1975 von Marokko beansprucht und größtenteils annektiert wurde. Marokko betrachtet das in vorkolonialer Zeit in einem losen Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehende Gebiet als Teil seines Territoriums. Die Vereinten Nationen verlangen die Durchführung eines Referendums über den endgültigen völkerrechtlichen Status des Gebietes. Bisher wurde keine Einigkeit zu diesem Referendum zwischen Marokko und den Vertretern des sahrauischen Volkes erzielt. Die Bevölkerung des Gebiets Westsahara (etwa 553.000 Einwohner) besteht vor allem aus Arabern und arabisierten Berbern. Bei den ursprünglich das Gebiet besiedelnden Sahrauis handelt es sich um arabische Nomaden, von denen jedoch ein Teil seit Jahren in Flüchtlingslagern bei Tindouf in Algerien lebt. Gesprochen wird überwiegend das marokkanische Arabisch von Zuwanderern aus dem Norden, daneben auch der Hassania- Dialekt der ursprünglichen Bevölkerung vor der marokkanischen Besiedlung, eine auch im benachbarten Mauretanien verbreitete regionale Form des Arabischen. Nahezu 100 % der Einwohner sind Muslime. Die meisten Sahrauis haben die marokkanische, algerische oder spanische Staatsangehörigkeit. 1991 wurde eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Marokko und der Polisario (Organisation für eine unabhängige Westsahara) geschlossen. Bis heute leben etwa 100.000 Sahrauis in vier Flüchtlingslagern nahe der Stadt Tindouf in der algerischen Sahara. 1980 begann Marokko mit dem Bau eines 2700 km langen Walls aus Sand, Mauern, Geröll und Stacheldraht. Bis heute trennt er das marokkanische Territorium vom Gebiet der Polisario. Der Wall gilt als stark verminte Zone, bewacht von marokkanischen Soldaten. Dieser von Marokko entlang der Waffenstillstandslinie errichtet Wall wird von den Sahraouis „Mauer der Schande“ genannt. Die Vereinten Nationen sind mit einer ständigen Beobachtermission MINURSO im gesamten Gebiet der Westsahara präsent. Der endgültige Status des Gebietes ist bis heute ungeklärt, da kein Referendum über die Zukunft des Gebietes abgehalten wurde.
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