MoniSamira
Wer in die Wüste hineingeht, kommt als ein Anderer zurück (arabisches Sprichwort)
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Marokko - die Berber

Die Geschichte der Berber

Die Berber sind die ältesten Bewohner Nordafrikas. In Jahrtausende alten Felszeichnungen haben sie die ersten menschlichen Spuren in den Wüsten Nordafrikas hinterlassen. Als die Phönizier die Küsten Nordafrikas einnahmen, zogen sich die Berber in die Wüste zurück. Auch bei den Altägyptern finden die Berber Erwähnung. Ägypter kämpften gegen die Berber, die die Westgrenze ihres Reiches bedrohten. Zeitweise herrschte sogar ein Berbervolk über Ägypten: Die Meschwesch begründeten unter ihrem König Scheschonq I. die 22. Dynastie. Lange Jahre herrschten sie über Ägypten. Erst als die Römer nach Ägypten vordrangen, endete die Herrschaft der Berber über das Reich der Pharaonen. Zeitweise wurden sie sogar von den Römern beherrscht. Doch kein anderes Volk veränderte die Berber mehr als die Araber viele Jahrhunderte später.

Flagge der Berber

Es ist eine Flagge, die für die Berber vorgeschlagen wurde. Sie wird derzeit von den meisten Berber-Aktivisten in 10 afrikanischen Ländern

verwendet, und wurde in Algerien, in der Kabylei, in Ouadhia von einem alten algerischen Kabylei erstellt: Mudjahid, benannt Muhand

Arav Bessaoud, der als der geistige Vater des Berberismus berücksichtigt. Er war auch Schriftsteller und Aktivist.

In den 1970er Jahren die schlug die Berber Akademie die ersten Berber-Flagge vor.

Die Flagge ist blau, grün und gelb in horizontale Streifen und einem YAZ oder AZA. Jede Farbe

entspricht einem Aspekt Tamazgha, des Gebietes, das von Berbern in Nordafrika bewohnt wird:

BLAU = Mittelmeer und Atlantik;

GRÜN = Natur und die grünen Berge;

GELB = Sand der Sahara;

Die YAZ symbolisiert den "freier Mann", der die Bedeutung des Wortes Berber Amazigh für sich selbst ist. Es ist in rot, die Farbe des

Lebens, und auch die Farbe des Widerstands.

Die Berber-Flagge symbolisiert somit die gesamten Amazigh Menschen, ihr Leben in Harmonie mit ihrem Land, Tamazgha. Dies ist eine

Ethnie der nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Mauretanien. Außerdem leben Berber im östlichen Mali,

nördlichen Niger und in der ägyptischen Oase Siwa. Es gibt etwa 36 Millionen Berber, die die Berbersprachen (Tamaziyt) sprechen.

Ein Wegenetz in der Sahara

Im Lauf vieler Jahrhunderte entwickelten die Tuareg ein gut organisiertes Wegenetz über Tausende von Kilometern in der Wüste.

Dazwischen legten sie Oasen mit künstlichen oder natürlichen Wasserquellen an. So beherrschten sie den Transsaharaverkehr. Noch

heute ziehen die Händler der Tuareg mit den Salzkarawanen durch die südliche Sahara. Die meisten Tuareg sind heute sesshaft

geworden, denn das Nomadenleben ist schwierig.

Timbuktu - die Perle der Wüste

Nomaden wie die Tuareg besitzen kein Land. Aber im Unterschied zu anderen Nomaden, besitzen die Tuareg eine Stadt! Diese Stadt heißt

Timbuktu. Sie war einst eine Oase mit einem Brunnen, die sich am südlichen Rand der Sahara befand. Damals lag Timbuktu noch nahe

am Niger. Im 10. Jh. n. Ch. erweiterten die Tuaregvölker den Ort zu einer Handelsstation mit einem Markt, mit Moscheen und

Lehmhäusern.

Die Berbervölker in Nordafrika

Die Berber lebten einst verstreut über ganz Nordafrika. Im Altertum wurden sie von den Küsten durch die Phönizier und Römer verdrängt. Im 6. Jh. zogen sich viele Stämme wegen der islamischen Eroberungszüge in ihre heutigen Kerngebiete zurück, z.B. in die Berge Marokkos, Algeriens, Tunesiens und Libyens. Mehr als 30 Millionen Berber siedeln in diesen Ländern. Die meisten Berbervölker sind heute sesshaft. Sie leben in Dörfern, die in unwegsamen Bergtälern gebaut sind. Sie haben sich an das Überleben unter schwierigen Bedingungen angepasst und leben meist von Viehzucht und Ackerbau. Wasser ist knapp, nur in der Winterzeit ist der Wasserstand in den Flussoasen hoch genug, so dass sie ihre Felder bebauen können. Die Felder gehören den Großfamilien, diese haben Rechte auf bestimmte Mengen von Wasser. Das Leben der Berber wird vom Weideverhalten der Tiere bestimmt. Im Frühling werden die Schaf- und Kamelherden in die Berge getrieben. Einige bleiben zurück und bestellen die Felder, bis ihre Familien im Herbst wieder ins wärmere Tal zurückkehren. In den Tälern lebt man in Häusern, in den höheren Bergen in Zelten aus Kamelhaardecken. Aus der Tierhaltung beziehen die Berber Wolle, Stoffe und Fleisch. Sie leben in Großfamilien, nur in Notzeiten schließen sie sich zu Stämmen zusammen. Die Familie ist sehr wichtig, ohne sie kann kaum einer in den Gebirgen, Steppen und Wüsten überleben. Die Männer kümmern sich um das Vieh, die Frauen um die Familie und die Verarbeitung der Produkte aus der Tierhaltung. Sie stellen Schmuck her und weben bunte Stoffe, die bekannt sind für ihre Streifen und Muster. Die Frauen tragen mit ihrem Kleingewerbe zum Unterhalt der Familien bei.

Die Berber und der Islam

Noch im Mittelalter wurden die meisten Berberstämme von Frauen geführt. Frauen hatten eine machtvolle Stellung in der Großfamilie. In einigen Stämmen wurde die Erbfolge von ihnen bestimmt. Frauen hatten religiöse und militärische Führungspositionen inne. Eine der bekanntesten weiblichen Anführerinnen war Kahina, die sich im 7. Jh. den einfallenden Heeren der Araber entgegenstellte. Als der Islam Nordafrika eroberte, übernahmen auch zahlreiche Berbervölker die islamische Religion und Kultur. Die arabische Sprache verdrängte ihre Sprache, das Tamazight. Die Araber waren als Händler geschätzt, und auch ihre kulturellen Errungenschaften wurden gerne aufgenommen. Manche Berbervölker bekehrten sich nicht nur zum Islam. Sie wurden zu kriegerischen Verfechtern der arabischen Religion wie die Almoraviden.

Der Islam schwächte die Stellung der Berberfrauen

Für die Frauen der Berbervölker hatte die Islamisierung nur Nachteile. Sie verloren ihren Einfluss und ihre gesellschaftliche Stellung. Die Männer übernahmen die Führung der Stämme. Zwar besitzen Berberfrauen heute mehr Freiheiten als Frauen in arabischen Gesellschaften. Aber alte Freiheiten sind verschwunden. Heute bestimmt die Großfamilie über die Heirat, die Männer bestimmen über das Schicksal der Klans.

Die Berber heute

Nachdem die nordafrikanischen Staaten die Unabängigkeit von den einstigen europäischen Kolonialherren erhielten, nahmen die Berbervölker Arabisch als offizielle Landessprache an. Die oberen Schichten sprachen weiterhin auch die europäischen Sprachen, aber in den Schulen, Universitäten und Behörden war Arabisch Pflicht. Die Berbersprachen wurden unterdrückt, ihre Kultur wurde gering geschätzt. Berber durften in einigen Ländern ihren Kindern nicht einmal einen berberischen Namen geben. Die Berberstämme verstanden sich immer als unabhängige, freiheitsliebende Bürger des Maghreb. Sie schlossen sich zusammen, um sich gegen die Regierungen in Algerien und Libyen zu erheben. In Libyen waren sie am Sturz von Muammar al-Gadaffi beteiligt, mit gutem Grund. Denn Gaddafi war ein großer Widersacher berberischer Eigenständigkeit. Ihr Aufstand gegen die Diktatoren Nordafrikas lohnte sich am Ende. Als 2012 Berberkinder in Marokko, wie auch in Algerien, eingeschult wurden, stand das erste Mal berberisch auf dem Schulplan. Es war ein Meilenstein in der Anerkennung der Berberkulturen in den Ländern Nordafrikas.

Tuareg - Nomaden der Wüste

Eine Ausnahme unter den Berbervölkern bilden die Tuareg. Sie gehören zu den wenigen Berbern, die teils noch als Nomaden leben und

das uralte Wissen über das Leben in der Wüste pflegen.Die Tuareg galten einst als Piraten der Wüste. Sie sind wie kein anderes

nordafrikanisches Volk mit der Wüste und dem Sahel vertraut. Sie können unter widrigsten Umständen überleben und sind

ausgezeichnete Reiter. Einst überfielen sie die großen Handelskarawanen, die Gewürze, Gold und Salz durch die Sahara transportierten.

Das Leben der Tuareg

Die Tuareg leben in Großfamilien. Frauen haben eine starke Stellung. Sie können ihre Männer verlassen. Um die Kinder kümmert sich die

ganze Großfamilie, auch die Männer sind sehr fürsorglich zu ihren Kindern. In keinem Land werden die Tuareg als gleichberechtigte

Bürger anerkannt. Deshalb kommt es oft zu Streit mit anderen Völkern.

Glaube und Tradition der Tuareg

Die Tuareg sind Anhänger des Islam. Doch sie pflegen ihren alten Glauben, in dem gute und böse Geister eine große

Rolle spielen. Deshalb tragen sie zur Abwehr böser Geister Amulette. Oft bestehen die Amulette aus magischen

Zeichen, die in Leder gebunden sind. Frauen tragen Schmuck, der sie beschützen soll. Meist ist dieser Schmuck wie eine

Hand geformt. Sie stellt die schützende Hand der Fatima dar, der jüngsten Tochter des Propheten Mohammed, die als

Schutzheilige verehrt wird.

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Übersicht Marokko
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Marokko - die Berber

Die Geschichte der Berber

Die Berber sind die ältesten Bewohner Nordafrikas. In Jahrtausende alten Felszeichnungen haben sie die ersten menschlichen Spuren in den Wüsten Nordafrikas hinterlassen. Als die Phönizier die Küsten Nordafrikas einnahmen, zogen sich die Berber in die Wüste zurück. Auch bei den Altägyptern finden die Berber Erwähnung. Ägypter kämpften gegen die Berber, die die Westgrenze ihres Reiches bedrohten. Zeitweise herrschte sogar ein Berbervolk über Ägypten: Die Meschwesch begründeten unter ihrem König Scheschonq I. die 22. Dynastie. Lange Jahre herrschten sie über Ägypten. Erst als die Römer nach Ägypten vordrangen, endete die Herrschaft der Berber über das Reich der Pharaonen. Zeitweise wurden sie sogar von den Römern beherrscht. Doch kein anderes Volk veränderte die Berber mehr als die Araber viele Jahrhunderte später.

Flagge der Berber

Es ist eine Flagge, die für die Berber vorgeschlagen wurde. Sie

wird derzeit von den meisten Berber-Aktivisten in 10 afrikanischen

Ländern verwendet, und wurde in Algerien, in der Kabylei, in

Ouadhia von einem alten algerischen Kabylei erstellt: Mudjahid,

benannt Muhand Arav Bessaoud, der als der geistige Vater des

Berberismus berücksichtigt. Er war auch Schriftsteller und Aktivist.

In den 1970er Jahren die schlug die Berber Akademie die ersten

Berber-Flagge vor.

Die Flagge ist blau, grün und gelb in horizontale Streifen und

einem YAZ oder AZA. Jede Farbe entspricht einem Aspekt

Tamazgha, des Gebietes, das von Berbern in Nordafrika bewohnt

wird:

BLAU = Mittelmeer und Atlantik;

GRÜN = Natur und die grünen Berge;

GELB = Sand der Sahara;

Die YAZ symbolisiert den "freier Mann", der die Bedeutung des

Wortes Berber Amazigh für sich selbst ist. Es ist in rot, die Farbe

des Lebens, und auch die Farbe des Widerstands.

Die Berber-Flagge symbolisiert somit die gesamten Amazigh

Menschen, ihr Leben in Harmonie mit ihrem Land, Tamazgha. Dies

ist eine Ethnie der nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien,

Tunesien, Libyen und Mauretanien. Außerdem leben Berber im

östlichen Mali, nördlichen Niger und in der ägyptischen Oase Siwa.

Es gibt etwa 36 Millionen Berber, die die Berbersprachen

(Tamaziyt) sprechen.

Ein Wegenetz in der Sahara

Im Lauf vieler Jahrhunderte entwickelten die Tuareg ein gut

organisiertes Wegenetz über Tausende von Kilometern in der

Wüste. Dazwischen legten sie Oasen mit künstlichen oder

natürlichen Wasserquellen an. So beherrschten sie den

Transsaharaverkehr. Noch heute ziehen die Händler der Tuareg

mit den Salzkarawanen durch die südliche Sahara. Die meisten

Tuareg sind heute sesshaft geworden, denn das Nomadenleben

ist schwierig.

Timbuktu - die Perle der Wüste

Nomaden wie die Tuareg besitzen kein Land. Aber im Unterschied

zu anderen Nomaden, besitzen die Tuareg eine Stadt! Diese Stadt

heißt Timbuktu. Sie war einst eine Oase mit einem Brunnen, die

sich am südlichen Rand der Sahara befand. Damals lag Timbuktu

noch nahe am Niger. Im 10. Jh. n. Ch. erweiterten die Tuaregvölker

den Ort zu einer Handelsstation mit einem Markt, mit Moscheen

und Lehmhäusern.

Die Berbervölker in Nordafrika

Die Berber lebten einst verstreut über ganz Nordafrika. Im Altertum wurden sie von den Küsten durch die Phönizier und Römer verdrängt. Im 6. Jh. zogen sich viele Stämme wegen der islamischen Eroberungszüge in ihre heutigen Kerngebiete zurück, z.B. in die Berge Marokkos, Algeriens, Tunesiens und Libyens. Mehr als 30 Millionen Berber siedeln in diesen Ländern. Die meisten Berbervölker sind heute sesshaft. Sie leben in Dörfern, die in unwegsamen Bergtälern gebaut sind. Sie haben sich an das Überleben unter schwierigen Bedingungen angepasst und leben meist von Viehzucht und Ackerbau. Wasser ist knapp, nur in der Winterzeit ist der Wasserstand in den Flussoasen hoch genug, so dass sie ihre Felder bebauen können. Die Felder gehören den Großfamilien, diese haben Rechte auf bestimmte Mengen von Wasser. Das Leben der Berber wird vom Weideverhalten der Tiere bestimmt. Im Frühling werden die Schaf- und Kamelherden in die Berge getrieben. Einige bleiben zurück und bestellen die Felder, bis ihre Familien im Herbst wieder ins wärmere Tal zurückkehren. In den Tälern lebt man in Häusern, in den höheren Bergen in Zelten aus Kamelhaardecken. Aus der Tierhaltung beziehen die Berber Wolle, Stoffe und Fleisch. Sie leben in Großfamilien, nur in Notzeiten schließen sie sich zu Stämmen zusammen. Die Familie ist sehr wichtig, ohne sie kann kaum einer in den Gebirgen, Steppen und Wüsten überleben. Die Männer kümmern sich um das Vieh, die Frauen um die Familie und die Verarbeitung der Produkte aus der Tierhaltung. Sie stellen Schmuck her und weben bunte Stoffe, die bekannt sind für ihre Streifen und Muster. Die Frauen tragen mit ihrem Kleingewerbe zum Unterhalt der Familien bei.

Die Berber und der Islam

Noch im Mittelalter wurden die meisten Berberstämme von Frauen geführt. Frauen hatten eine machtvolle Stellung in der Großfamilie. In einigen Stämmen wurde die Erbfolge von ihnen bestimmt. Frauen hatten religiöse und militärische Führungspositionen inne. Eine der bekanntesten weiblichen Anführerinnen war Kahina, die sich im 7. Jh. den einfallenden Heeren der Araber entgegenstellte. Als der Islam Nordafrika eroberte, übernahmen auch zahlreiche Berbervölker die islamische Religion und Kultur. Die arabische Sprache verdrängte ihre Sprache, das Tamazight. Die Araber waren als Händler geschätzt, und auch ihre kulturellen Errungenschaften wurden gerne aufgenommen. Manche Berbervölker bekehrten sich nicht nur zum Islam. Sie wurden zu kriegerischen Verfechtern der arabischen Religion wie die Almoraviden.

Der Islam schwächte die Stellung der Berberfrauen

Für die Frauen der Berbervölker hatte die Islamisierung nur Nachteile. Sie verloren ihren Einfluss und ihre gesellschaftliche Stellung. Die Männer übernahmen die Führung der Stämme. Zwar besitzen Berberfrauen heute mehr Freiheiten als Frauen in arabischen Gesellschaften. Aber alte Freiheiten sind verschwunden. Heute bestimmt die Großfamilie über die Heirat, die Männer bestimmen über das Schicksal der Klans.

Die Berber heute

Nachdem die nordafrikanischen Staaten die Unabängigkeit von den einstigen europäischen Kolonialherren erhielten, nahmen die Berbervölker Arabisch als offizielle Landessprache an. Die oberen Schichten sprachen weiterhin auch die europäischen Sprachen, aber in den Schulen, Universitäten und Behörden war Arabisch Pflicht. Die Berbersprachen wurden unterdrückt, ihre Kultur wurde gering geschätzt. Berber durften in einigen Ländern ihren Kindern nicht einmal einen berberischen Namen geben. Die Berberstämme verstanden sich immer als unabhängige, freiheitsliebende Bürger des Maghreb. Sie schlossen sich zusammen, um sich gegen die Regierungen in Algerien und Libyen zu erheben. In Libyen waren sie am Sturz von Muammar al- Gadaffi beteiligt, mit gutem Grund. Denn Gaddafi war ein großer Widersacher berberischer Eigenständigkeit. Ihr Aufstand gegen die Diktatoren Nordafrikas lohnte sich am Ende. Als 2012 Berberkinder in Marokko, wie auch in Algerien, eingeschult wurden, stand das erste Mal berberisch auf dem Schulplan. Es war ein Meilenstein in der Anerkennung der Berberkulturen in den Ländern Nordafrikas.

Tuareg - Nomaden der Wüste

Eine Ausnahme unter den Berbervölkern bilden die Tuareg. Sie

gehören zu den wenigen Berbern, die teils noch als Nomaden

leben und das uralte Wissen über das Leben in der Wüste

pflegen.Die Tuareg galten einst als Piraten der Wüste. Sie sind wie

kein anderes nordafrikanisches Volk mit der Wüste und dem Sahel

vertraut. Sie können unter widrigsten Umständen überleben und

sind ausgezeichnete Reiter. Einst überfielen sie die großen

Handelskarawanen, die Gewürze, Gold und Salz durch die Sahara

transportierten.

Das Leben der Tuareg

Die Tuareg leben in Großfamilien. Frauen haben eine starke

Stellung. Sie können ihre Männer verlassen. Um die Kinder

kümmert sich die ganze Großfamilie, auch die Männer sind sehr

fürsorglich zu ihren Kindern. In keinem Land werden die Tuareg

als gleichberechtigte Bürger anerkannt. Deshalb kommt es oft zu

Streit mit anderen Völkern.

Glaube und Tradition der Tuareg

Die Tuareg sind Anhänger des Islam. Doch sie pflegen ihren alten

Glauben, in dem gute und böse Geister eine große Rolle spielen.

Deshalb tragen sie zur Abwehr böser Geister Amulette. Oft

bestehen die Amulette aus magischen Zeichen, die in Leder

gebunden sind. Frauen tragen Schmuck, der sie

beschützen soll. Meist ist dieser Schmuck wie eine

Hand geformt. Sie stellt die schützende Hand der

Fatima dar, der jüngsten Tochter des Propheten

Mohammed, die als Schutzheilige verehrt wird.

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